So, der Ausbau ist fortgeschritten!
Da ich keine Lust auf abgebrochene Pins oder lose Verkleidungsteile hatte wie beim ein oder anderen Einbau in der Vergangenheit, habe ich den Einbau diesmal professionell machen lassen, und zwar bei
Dr. Boom in Köln.
Gemacht wurde Folgendes:
- Dämmung der Türen
- Kabel von den Hochtönern nach hinten zum Einbauplatz von altem und neuem Verstärker gelegt
- Stromkabel gelegt
- Montage PAC Audio und Verstärker
- Fernbedienung für Subwooferlautstärke (Funktion läßt sich über Software ändern)
- Einmessen der Anlage
Als Verstärker/DSP kam ein stark empfohlen und funktionsreiches Modell zum Einsatz, das auch in der Fachpresse sehr gut abgeschnitten hat:
Match Up 8 DSP für 849,-.
Einen Test von der Car & Hifi gibt es
hier.
Angeschlossen wurde er mittels optischem Digitalkabel, da er keine Cinch-Eingänge hat. Dadurch funktioniert der Fader vorne am Display nicht mehr bzw. regelt den Pegel einfach runter, je weiter man nach hinten stellt.
Eingestellt wird das am Verstärker selbst.
Einen fast baugleichen Verstärker mit derselben Softwareplattform und zusätzlichen Cinch-Eingängen zum Erhalt des Faders gibt es vom selben Hersteller unter dessen Helix-Brand als V Eight DSP MK2, allerdings nochmal ~300,- teurer.
Die Konfiguration wurde nun so, wie ich im ersten Post beschrieben hatte:
2 Kanäle für Tieftöner in Türen, 2 Kanäle für Mittel-/Hochton vorne kombiniert, 2 Kanäle für Rears und 2 Kanäle für den Subwoofer.
Was dieser DSP aus den Serienlautsprechern holt, ist absolut verblüffend - wo vorher manche Frauenstimmen oder Percussions das Blut aus den Ohren trieben, kann man nun selbst bei höchsten Lautstärken noch hören, ohne sich als Masochist zu fühlen!
Der furchtbare Bass-Rolloff ist ebenfalls weg, lauter heißt nun lauter in allen Frequenzbereichen.
Durch die Türdämmung und das steilflankige Abtrennen der vorderen Tieftöner bei 50 Hz liefern selbige einen annehmbaren Kick-Bass, ohne dass einem die Fensterheberknöpfe rausspringen. Ein Riesengewinn.
Durch die Laufzeitkorrektur aller Lautsprecher (klar, die zusammengelegten Mittel- und Hochtöner mussten einen gemeinsamen Wert bekommen) sitzt man mittendrin in einer wunderbaren Bühnenabbildung.
Der DSP des Verstärkers läßt sich über USB mit der Herstellereigenen Software komplett konfigurieren, von der Zuordnung der einzelnen Lautsprecherausgänge über deren Phase, deren Entfernungen, kompletten Frequenzweichenparametern (Tiefpass, Hochpass, Bandpass) inkl. Flankensteilheit, sowie 30 oder wieviel-bändigem EQ und Pegel alles einstellen, was sich der Fachmann wünscht und wovor der Laie lieber wegläuft

Zu Allem gibt es aber gute Videos vom Hersteller selbst im Netz, sodass man sich da mit
genügend Vorwissen selber zurechtfinden kann. Schnell hat man sich aber auch Endstufe oder Lautsprecher geröstet, also Obacht.
Ein paar Tips kann ich geben, falls man den Einbau auch vom Profi machen lassen möchte:
1) Sprecht mit ihm!
Wenn man nichts sagt, wird i.d.R. alles auf die Hörposition "Fahrer" eingestellt. Sprich, für einen selber das Optimum, vom Beifahrersitz aus ist es dann nicht der totale Knaller, zumindest, falls man bewusst, länger und lauter hören möchte.
Dafür würde dann eine Kompromisseinstellung vorgenommen, so wie es ja auch in den regulären Einstellungen zwei Konfigurationen gibt (Fahrer oder Alle)
2) Sprecht mit ihm, Teil 2!
Wenn man nichts sagt, wird vermutlich alles auf "Allround" eingestellt, sprich Lautstärkenverteilung vorne-hinten ungefähr gleich und Bassbereich ebenfalls Kompromiss aus Tief und Präzise ohne Schwerpunkt in irgendeine Richtung.
Da in meinem Beispiel mit optischem Digitalkabel der Fader ausfällt, sollte man vorher sagen, wenn man z.B. besonders viel Frontstaging möchte oder oder beim Tiefton eher an tiefen Rap-Bässen interessiert ist als an kurzen und präzisen Schlägen eines normalen Schlagzeugs.
Dank DSP lässt sich da weit über normales Equalizing hinausgehend durch Frequenzweicheneinstellungen aller Kanäle die ganze Charakteristik verändern
3) Es lassen sich im Verstärker mehrere Setups speichern, zum Umschalten braucht man aber eine andere Fernbedienung als die günstigste "URC.1" (die separat mit 25,- zu Buche schlägt), und zwar die "URC.3" für ~35,-
4) Lasst euch USB-Kabel für den Verstärker UND auch den PAC Audio z.B. in die Reserveradmulde legen. Beides sollte später zugänglich sein. Beim PAC kann man darüber z.B. einstellen, bei welchen Frequenzen und in welcher Bandbreite die Bass-, Mid- und Treble -Regler am Display im Auto wirken sollen oder auch die Lautstärke der Warntöne ändern
Bei mir war es so, dass ich den Einmesskünstler von Dr. Boom leider vor Abholung des Wagens verpasst hatte und vorher nicht mit ihm sprechen konnte.
Dadurch musste ich für meine eigenen Präferenzen nachher selbst ein Wenig mit der DSP-Software rumspielen, da ich nicht direkt um die Ecke wohne für eine schnelle Änderung, die sie sicherlich problemlos vornehmen würden.
Fazit:
Hat sich unfassbar gelohnt!!
Aaaaaber, für alle Bassheads:
Der sonst so schöne Sub aus meinem Upgrade-Thread bekommt nicht soviel mehr Leistung wie er könnte, denn: Der Verstärker ist bei den beiden Subkanälen auf 2 Ohm je Kanal ausgelegt für volle Leistung.
Die zum Originalverstärker passenden 4 Ohm je Schwingspule des Subs rufen dagegen nur etwas mehr als die Hälfte ab.
Ich habe schon die übrigen Kanäle im Pegel runtergeregelt und den Sub auf Maximum gestellt - für recht kräftige Bassschläge reicht das, aber aufgrund des kleinen geschlossenen Gehäuses ist der Tiefgang nicht übertrieben spektakulär. Um den anzuheben würde es mehr Leistung benötigen.
Nicht missverstehen - das ist besser und präziser als Serie, aber hat man ein Brillenglas geputzt, fällt erst auf, dass es das andere auch nötig hätte.
Da ich nun nicht erst mit einem weiteren Verstärker versuchen will aus dem wunderschönen Focal im kleinen Gehäuse alles rauszuprügeln was geht, habe ich mir doch gleich einen 30er im eigenen Gehäuse bestellt mit Doppelschwingspule je 2 Ohm - das holt dann aus dem Verstärker alles raus und spielt von Vornherein tiefer.
Alternative Überlegung war ein zweiter Focal in einem gleich großen Gehäuse, jeweils dann zu 2 Ohm verkabelt, was bei Kickdrums oder Technobeats sicher ordentlich reinhauen würde, für Tiefbass unter 50 Hz aber wenig mehr beitragen würde. Mit Frequenzweicheneinstellungen und Equalizer kann man zwar genug rumspielen, um den Frequenzgang mehr nach unten zu verschieben, das frisst allerdings so viel Leistung, dass der Verstärker doch wieder schnell an seine Grenze käme.
Fortsetzung folgt also!